„Das wird bestimmt eine ruhige Nacht!“

…hat ein Kollege bei Dienstantritt gemeint. Die Sonntag Nachtmannschaft und die Montag Tagmannschaft waren eigentlich schon sehr fleißig gewesen und es hätte gereicht, um einen ruhigen Montag Nachtdienst zu haben. Weit gefehlt.
Nach dem Autocheck und einer Wiederholung der Standardtherapien stand eine Verpflegungsfahrt zum Interspar St. Pölten an.

Kochen mit Rene – Teil I
Unser Chefkoch des Abends begann, uns ein Putengeschnetzeltes mit Rahmsauce und Nudeln zu kochen, bis das Kochen um 19:15 Uhr von unserem ersten Einsatz RD-19C3 (Herzbeschwerden – Brustschmerz) unterbrochen wurde. Da im Stadtgebiet von St. Pölten, waren wir schnell vor Ort, übergaben den Patienten an den RTW und waren auch schnell wieder daheim.

Kochen mit Rene – Teil II
Mittlerweile sind wir bei den Nudeln angelagt, die aufgrund von Einsatz Nr. 2 um 19:53 Uhr RD-6D1 (Schwere Atemstörung) doch nicht so bissfest wie gewünscht wurden 😉

Kochen mit Rene – Teil III
Das Essen wird fertiggekocht, wir können es sogar ungestört essen. Es gibt auch eine Nachspeise, die wir um 22:15 Uhr verzehren – genau das richtige vor dem Schlafen gehen. 😉

Da ich ja am nächsten Tag wieder arbeiten muss, gehe ich um ca. 22:40 Uhr ins Bett. Gerade als ich die Uniformhose ausgezogen hatte, kommt ein Einsatz: RD-17D3 (Sturz/Absturz – Bewusstlos oder Bewusstseinstrübung). Der ältere Herr ist lt. Einsatzmeldung über die Stiegen gefallen, bewusstlos und hat eine Kopfverletzung. Als wir eintreffen, liegt der Herr bereits auf der Trage der RTW-Mannschaft, die ganz verdutzt schaut, warum da jetzt der NAW kommt. Pager und SMS lesen ist angesagt 😉
Nun gut, wieder nachhause.

Kurz vor dem Schranken der Spitalseinfahrt geht um 23:32 Uhr erneut der Alarm los: RD-17D2 (Sturz aus großer Höhe  > 2m). Die 34-jährige Dame ist aus dem 3. Stock (ca. 7 – 8m Höhe) gefallen. Zu ihrem Glück auf Gras und nicht auf Beton. Es ist auch von einem Messer die Rede, das die Polizei schon sicher verwahrt hat. Die Dame dürfte lt. Aussagen anwesender Personen auch etwas getrunken haben, das ist wahrscheinlich der Grund, warum sie die Schmerzen auch nicht besonders wahrgenommen hat. Die Dame ist bei Bewusstsein, kann/will aber nicht reden. Sie kommuniziert über blinseln mit uns.
Wir transportieren sie, gut verpackt mit Stifneck und Vakuummatratze, in den Schockraum des KH St. Pölten.

Zurück am Stützpunkt. Etwas nachfüllen. Schlafen gehen. Uns ist ungefähr eine Stunde schlaf vergönnt, bis wir um 01:30 Uhr erneut zu einem Einsatz gerufen werden: RD-10C4 (Brustschmerzen  – normale Atmung). Wieder mit der selben RTW-Mannschaft von vorhin. Der Mann bekommt 2 Hübe Nitro und eine Infusion, dann transportiert ihn der RTW ins Krankenhaus.

Ab nachhause, wieder schlafen gehen.
Um 02:45 Uhr werden wir wieder geweckt: RD-31C2 (Bewusstlosigkeit/Ohnmacht – Herzschmerzen). Die RTW-Mannschaft, wieder die selbe Mannschaft von vorhin, storniert uns allerdings auf der Hinfahrt.

Wieder zuhause, wieder schlafen gehen.
Wir liegen noch keine fünf Minuten im Bett, geht wieder der Alarm los: 03:07 Uhr: RD-12D3 (Krampfanfall – Abnorme Atmung). Die 26-jährige, im 4. Monat schwangere, Frau hat lt. Aussage ihres Mannes gekrampft. Als wir eintreffen ist sie noch etwas benommen. Der RTW transportiert sie ins Krankenhaus.

Wir gehen um ca. 03:45 Uhr schlafen, bis zum Dienstende um 06:00 Uhr war es dann glücklicherweise ruhig.

Praxisstunden: 312 oder auch 111% 😉

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