Ein schlechter Tag

Der Vormittag war ruhig. Nachdem mir Karl-Heinz von der Nachtdienstmannschaft zwei neue Errungenschaften im NAW gezeigt hatte (Tuben u. Larynx-Masken), habe ich Auto gecheckt. Georg, SAN1, hatte auch schon Nachtdienst. Da die Nachtdienstmannschaft ein paar Mal ausgefahren ist, hat er in der Früh bei Dienstwecsel noch geschlafen.
Bis kurz vor halb zwölf war es ruhig. In diesem Moment habe ich ein Telefonat mit den Gesprächen „Wir fahren heut eh nix“ beendet, als auf einmal der Alarm losging.
11:25: RD-9E1 (Kreislaufstillstand – Atemstillstand), im Stadtgebiet von St. Pölten. Der RTW hatte mit der Reanimation begonnen. Die Dame war 90 Jahre alt, hatte eine lange Geschichte an Vorerkrankungen und eine 24-Stunden Betreuung. Die Lage war aussichtslos, weshalb wir nach einiger Zeit die Reanimation beendeten und den Tod feststellen mussten.
Zurück am Stützpunkt.
Um halb eins ging erneut der Alarm los. Was da am Pager stand, wollten wir fast nicht glauben: schon wieder RD-9E1 (Kreislaufstillstand – Atemstillstand), diesmal in der St. Pöltner Umgebung.

Die Angehörigen und Nachbarn hatten auch schon per Anleitung der Leitstelle mit der Herzdruckmassage begonnen. Als wir eintrafen, war die RTW-Mannschaft schon bei der Reanimation. Der 54-jährige Mann war in der Wohnung liegend aufgefunden worden. Wie lange er dort schon lang, war unklar. Wir setzten die Reanimation fort. Trotz höchster Bemühungen war es uns nicht möglich, den Mann ins Leben zurückzuholen. Nach ungefähr einer Stunde ab Beginn der Laienreanimation mussten wir erneut den Tod eines Patienten feststellen. Was für ein Tag.
Zurück zum Stützpunkt, nachfüllen.

In der Zwischenzeit kam Daniel vorbei, um Georg und mich mit Mäci-Essen zu versorgen. Gottseidank hat Georg noch einen Cheeseburger extra bestellt, den ich dann gegessen habe. Mein McChicken war nämlich nicht im Sackerl dabei…
Um ca. 15:45 Uhr wurden wir zu einem RD-19C3 (Brustschmerzen – Herzschmerzen) gerufen. Die Dame hatte Herzrasen, die allerdings bei unserem Eintreffen schon wieder vorbei waren. Eine Herzmuskelschwäche war bekannt, die Dame hatte außerdem ein 24h-EKG vom Hausarzt bekommen. Der RTW transportierte sie ins KH St. Pölten.

Ich musste meinen Dienst schon um 17:00 Uhr beenden, da ich anschließend von 18:00 bis 20:00 Uhr noch meine Jugendstunde in Herzogenburg zu machen hatte. War ja klar, dass um 16:56 Uhr noch ein Einsatz reinkam. Zu diesem Einsatz konnte ich die Mannschaft nicht mehr begleiten.

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